22.11.2018 in Pressemitteilung

Ministerin Karliczek scheint sich nicht mit der gesellschaftlichen Realität abgefunden zu haben

 

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), hat sich in einem Fernsehinterview erneut negativ über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geäußert. Auch am mit dieser einhergehendem Adoptionsrecht übte sie Kritik. Sie halte die Art und Weise, wie das Gesetz zustande kam für nicht richtig und bemängelt, dass es so zu einer Polarisierung der Gesellschaft gesorgt habe. Desweiteren fehlten ihr Langzeitstudien über die Auswirken auf Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.
Hierzu erklärt die Bundesvorsitzende der SPDqueer, Petra Nowacki:
Auch ein Jahr nach der Öffnung der Ehe scheint sich Frau Bildungsminister Karliczek nicht mit der gesellschaftlichen Realität abgefunden zu haben. Wohl um ein erzkonservatives Wähler*innen-Milieu anzusprechen, macht sie hier Stimmung gegen gleichgeschlechtliche Eltern und auch zu Lasten von Kindern in Regenbogenfamilien. Indem sie gleichgeschlechtlichen Paaren das Grundrecht auf Familie abspricht, trägt sie zur Spaltung der Gesellschaft bei.
Wer als Bundesministerin für Bildung und Forschung über 75 eindeutige Studien zu dem Thema Regenbogenfamilien leugnet und eine Jahre lange Debatte um die Ehe für Alle ignoriert, hat eine eigensinnige Vorstellung von seinem Arbeitsbereich.
Anders als Frau Karliczek bekennen wir uns zur Vielfalt in den Familien - egal ob es sich um eine alleinerziehende, verschieden- oder gleichgeschlechtliche Elternschaft handelt. Daher distanzieren wir uns nicht nur ausdrücklich von ihrer Haltung, sondern tragen als SPD in der aktuelle Legislatur auch dafür Sorge, dass diese nicht die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung bestimmt. Denn wir wissen längst, was alle Studien belegen: Für das Wohlergehen eines Kindes ist die Beziehung zu den Eltern und nicht deren Geschlecht entscheidend.

 

20.11.2018 in Geschichte

Trans*Day of Remembrance am 20 .11.

 

Trans*Day of Remembrance 20. November

Im Gedenken an alle wegen ihrer Trans* seins gehassten, verfolgten, gequälten und ermordeten Menschen.

 

Outing zu trans* - oftmals ein Drahtseilakt zwischen Leben und Tod -

Im November 1998 wurde in den USA die afro-amerikanische Trans* frau Rita Hester ermordet. Am darauffolgenden Freitag versammelten sich über 250 Menschen, um ihrer Trauer und Wut über diesen Mord Ausdruck zu geben. Dieser Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt.

Zum Anlass des International TRANS* DAY OF REMEMBRANCE (TDOR) gedenken wir an Opfer von Gewalt durch Transphobie. Wir gedenken jenen aus unserer Community, die wir verloren haben. Wir wollen die gegenwärtige Wahrnehmung von Hasskriminalität gegen trans* und gendervarianten Menschen verbessern, den Widerstand vereinigen und die Leben derjenigen ehren, die ansonsten vergessen wären.

Viele trans* Menschen werden im Laufe ihres Lebens Opfer von Übergriffen bis hin zu Gewalt. Stigma und Diskriminierung von trans* und gendervarianten Menschen ist weltweit real und schwerwiegend und sind Teil einer strukturellen und ständigen Unterdrückung, die uns unsere grundlegenden Rechte verwehrt. Trans* und gendervariante Menschen sind Opfer von entsetzlicher Hasskriminalität einschließlich Erpressung sowie physischer, psychischer und seelischer Gewalt bis hin zu sexuellen Erniedrigung, Vergewaltigung bis hin zur Ermordung. In den meisten Ländern werden Daten über ermordete trans* und gendervariante Menschen nicht systematisch erhoben und es ist daher unmöglich die genaue Zahl der Fälle zu ermitteln.

Das TdoR 2018 Update hat im Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 insgesamt 369 Fälle von gemeldeten Morden an trans* und gendervarianten Menschen aufgedeckt. Dies ist verglichen mit dem vorjährigen Update ein Anstieg von 44 Fällen und ein Anstieg von 74 Fällen seit 2016. Die Mehrzahl der Morde geschah in Brasilien (167), Mexiko (71), den Vereinigten Staaten (28) und Kolumbien (21). Dies addiert sich zu insgesamt 2982 gemeldeten Fällen in 72 Staaten weltweit für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 und 30. September 2018. Dies sind nur die an TvT gemeldete Fälle.

Gewalt gegen trans* und gendervariante Menschen überschneidet sich häufig mit anderen Achsen der Unterdrückung in der Gesellschaft, wie Rassismus, Sexismus, Xenophobie und Ablehnung und Unterdrückung von Sexarbeit. Die TMM Daten zeigen, dass die Opfer, deren Beruf bekannt sind, meist Sexarbeitende (62%) sind. In den Vereinigten Staaten sind die Mehrzahl der ermordeten trans* Menschen, Frauen of Colour und/oder Native American trans* Frauen (85%). In Frankreich, Italien und Spanien, die die Staaten mit den meisten trans* und gendervarianten Menschen aus Afrika, sowie aus Zentral- und Südamerika Eingewanderten sind, waren (65%) der Mordopfer Eingewanderte.

Ein Angriff auf Minderheiten ist ein Angriff auf  Menschenrechte und greift automatisch alle damit an. Wir brauchen Überlegungen in der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft um Entwicklungen für alle zu ermöglichen, Perspektiven zu schaffen und Menschen mitzunehmen.

Wir fordern ein Recht auf Leben, Gestaltung in Selbstbestimmung, gleiche Rechte, Akzeptanz und Gleichbehandlung.

Wer sind wir?
Was macht uns aus?
Was unterscheidet uns?
Was bedeutet für uns Ausschluss und Verdrängung?
Gibt es Schubladen bei uns?
Wie geht jeder Einzelne von uns mit Unterschiedlichkeit um und welche Perspektive kann das für unser eigenes Leben und Entwicklung bedeuten?
Glauben wir an Ideologien, die uns von außen einordnen und wird dies uns reduzieren?

Warum wird einer Ideologie mit einer Zahl auf einen Schein (Geld) mehr Bedeutung beigemessen als individuelle Entfaltung, gesellschaftliche Teilhabe, Arbeit, Gesundheit, Wohlstand und Leben?

Welche Vorstellung und Erwartung haben wir selbst?

Um Klarheit zu bekommen, um Lösungen zu erarbeiten brauchen wir uns gemeinsam. Polarisierung spaltet und Interesse verbindet. Dafür braucht es den Austausch mit einer Sprache die mitnimmt.
Die Unterschiedlichkeit hat großes Potential zur Bereicherung für Wissenschaft, Forschung und am meisten für uns selbst.

(Text: Jennifer Michelle Rath)

 

15.11.2018 in Pressemitteilung

Stephan Harbarth als Kandidat für das höchste deutsche Richteramt ungeeignet

 

Bis vor kurzem wurde noch CDU-Staatssekretär Günter Krings, der sich in den vergangen Jahren immer wieder gegen die Gleichstellung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten positionierte, als Favorit für einen frei werdenden Richterposten am Bundesverfassungsgericht gehandelt. Nicht zuletzt auch aufgrund der Ablehnung der SPD ist dieser Vorschlag nun vom Tisch. Laut einem Bericht im Spiegel will die Union nun ihren Abgeordneten Stephan Harbarth für das höchste deutsche Richteramt nominieren. Harbarth hat sich in der Vergangenheit jedoch auch gegen eine Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und queeren Menschen (LSBTTIQ*) positioniert. So sprach er sich gegen eine Erweiterung des Diskriminierungsschutzes für LSBTTIQ* aus. Ebenso vertritt er die Meinung, dass die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare verfassungswidrig sei.


Hierzu erklärt die Bundesvorsitzende der SPDqueer, Petra Nowacki:


Als Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung lehnen wir die Nominierung von Stephan Harbarth für das frei werdende Amt am Bundesverfassungsgericht entschieden ab. Es wirkt befremdlich, dass die Union nach dem LSBTTIQ*-Gegner Günter Krings mit Harbath nun einen nicht minder umstrittenen Kandidaten ins Rennen schicken will. Nicht nur, dass Harbarth sich mit der inakzeptablen Begründung, dass er ein Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen im Grundgesetz verankert sehe, gegen die Öffnung der Ehe aussprach. Auch den Schutz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten lehnt Harbarth ab.
Dies ist Haltung fällt umso schwerer ins Gewicht, als die am Bundesverfassungsgericht zu besetzende Position den Ersten Senat betrifft. Dieser ist für Grundrechte zuständig. Das Bundesverfassungsgericht ist oberste Hüterin unserer Grundrechte, zu denen auch Gleichberechtigung und der Schutz vor Diskriminierung zählen.
Mit seinen inhaltlichen Positionen ist Stephan Harbarth daher als Kandidat für das höchste deutsche Richteramt ungeeignet.

 

17.10.2018 in Informationen

Veranstaltung der Parteischule Neukölln zur Queerpolitik

 

Queerpolitik ist progressive Politik - Geschichte der Queerpolitik in der SPD und der Gesellschaft

Die Entwicklung der Politik für Homosexuelle, die auch in der SPD lange Zeit kritisch beobachtet wurde, hat eine wechselvolle Geschichte. Magnus Hirschfeld hat das Thema früh besetzt, aber was folgte danach?

Dieses spannende Thema wollen wir mit den brillianten Referent*innen Sigrid Grajek (Künstlerin/Aktivistin), Anne Grießbach-Baerns (Polizei Berlin), Jan Feddersen (taz/Journalist) und Georg Härpfer (SPDqueer Berlin/Aktivist) eingehend und überraschend beleuchten.

Was haben SPD und Zivilgesellschaft erkämpft und gefördert, in welchem historischen Zusammenhang steht das? Wo drohen Rückschläge und welche Forderungen gibt es noch? Diese Fragen wollen wir mit Euch und unseren Referent*innen diskutieren.

Zeit: Samstag, 03. November 2018, 10 - 16.30 Uhr
Ort: LUDWIG, Anzengruberstraße 3, 12043 Berlin Zielgruppe: alle Interessierten (max. 40 Teilnehmer*innen)

Anmeldung unter: parteischule@spd-neukoelln.de

 

23.09.2018 in Informationen

Mehr Sichtbarkeit für Bisexuelle Menschen

 

Heute ist der Tag der Bisexualität (engl. Bi Visibility / Celebrate Bisexuality Day). Dieser Tag steht für die Sichtbarkeit von Bisexualität als eigenständige sexuelle Orientierung, die oft übersehen wird. Er soll auf die Vorurteile und Marginalisierung bisexueller Personen sowohl in der heterosexuellen Gesellschaft als auch in der LSBTIQ*-Community hinweisen. Seit 1999 traditionell am 23. September weltweit gefeiert.

Trotz der einer rechtlichen Gleichstellung, die die SPD weitgehend voran getrieben hat, gilt es die Akzeptanz von bisexuellen Menschen weiter zu fördern. Immer noch sind sie mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert, die in Diskriminierung münden: So lauten weit verbreitete Ansichten, dass Bisexualität gar nicht existiere, nur eine Phase sei oder bisexuelle Menschen sich nicht entscheiden könnten oder wollten. Ein weiteres Vorurteil ist, dass Bisexuelle nicht treu sein könnten und sexuell stets verfügbar seien. Es ist daher kein Zufall, wenn bisexuelle Frauen häufiger und auf besondere Art und Weise von sexualisierter und häuslicher Gewalt betroffen sind; wenn bisexuelle Menschen häufiger psychische Krankheiten (z.B. Depressionen und Suizid) oder eine schlechtere Gesundheitsversorgung erfahren oder es kaum Anlaufstellen für Bisexuelle gibt.

Wir als SPDqueer wissen: Bisexualität ist echt! Bisexuelle Menschen sind selbstverständlich ein Teil unserer Gesellschaft und der Community! Sie verdienen Akzeptanz und Solidarität.

Unterstützt uns und andere dabei, Bisexualität sichtbar zu machen: Seid für junge LSBTIQ*-Menschen ein Vorbild! Zeigt euch! Hört zu! Und schreitet ein, wenn Bisexuelle ausgegrenzt und unsichtbar gemacht werden!

 

Termine

19.12.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
SPDqueer Marzahn-Hellersdorf, offenes Treffen

20.12.2018, 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
mitgliederoffene Vorstandssitzung der SPDqueer Tempelhof-Schöneberg

21.12.2018, 18:00 Uhr - 19:00 Uhr
Queere Sprechstunde in Lichtenberg

27.12.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Mitgliederoffene Sitzung des Landesvorstands SPDqueer Berlin

02.01.2019, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Stammtisch SPDqueer Steglitz-Zehlendorf

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Beitrittserklärung "SPDqueer  - Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung im SPD Landesverband Berlin" als pdf

(Einfach am Rechner ausfüllen, ausdrucken und unterschreiben und dann ab die Post)


 

 

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