Trans*Day of Remembrance am 20 .11.

Veröffentlicht am 20.11.2018 in Geschichte

Trans*Day of Remembrance 20. November

Im Gedenken an alle wegen ihrer Trans* seins gehassten, verfolgten, gequälten und ermordeten Menschen.

 

Outing zu trans* - oftmals ein Drahtseilakt zwischen Leben und Tod -

Im November 1998 wurde in den USA die afro-amerikanische Trans* frau Rita Hester ermordet. Am darauffolgenden Freitag versammelten sich über 250 Menschen, um ihrer Trauer und Wut über diesen Mord Ausdruck zu geben. Dieser Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt.

Zum Anlass des International TRANS* DAY OF REMEMBRANCE (TDOR) gedenken wir an Opfer von Gewalt durch Transphobie. Wir gedenken jenen aus unserer Community, die wir verloren haben. Wir wollen die gegenwärtige Wahrnehmung von Hasskriminalität gegen trans* und gendervarianten Menschen verbessern, den Widerstand vereinigen und die Leben derjenigen ehren, die ansonsten vergessen wären.

Viele trans* Menschen werden im Laufe ihres Lebens Opfer von Übergriffen bis hin zu Gewalt. Stigma und Diskriminierung von trans* und gendervarianten Menschen ist weltweit real und schwerwiegend und sind Teil einer strukturellen und ständigen Unterdrückung, die uns unsere grundlegenden Rechte verwehrt. Trans* und gendervariante Menschen sind Opfer von entsetzlicher Hasskriminalität einschließlich Erpressung sowie physischer, psychischer und seelischer Gewalt bis hin zu sexuellen Erniedrigung, Vergewaltigung bis hin zur Ermordung. In den meisten Ländern werden Daten über ermordete trans* und gendervariante Menschen nicht systematisch erhoben und es ist daher unmöglich die genaue Zahl der Fälle zu ermitteln.

Das TdoR 2018 Update hat im Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 insgesamt 369 Fälle von gemeldeten Morden an trans* und gendervarianten Menschen aufgedeckt. Dies ist verglichen mit dem vorjährigen Update ein Anstieg von 44 Fällen und ein Anstieg von 74 Fällen seit 2016. Die Mehrzahl der Morde geschah in Brasilien (167), Mexiko (71), den Vereinigten Staaten (28) und Kolumbien (21). Dies addiert sich zu insgesamt 2982 gemeldeten Fällen in 72 Staaten weltweit für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 und 30. September 2018. Dies sind nur die an TvT gemeldete Fälle.

Gewalt gegen trans* und gendervariante Menschen überschneidet sich häufig mit anderen Achsen der Unterdrückung in der Gesellschaft, wie Rassismus, Sexismus, Xenophobie und Ablehnung und Unterdrückung von Sexarbeit. Die TMM Daten zeigen, dass die Opfer, deren Beruf bekannt sind, meist Sexarbeitende (62%) sind. In den Vereinigten Staaten sind die Mehrzahl der ermordeten trans* Menschen, Frauen of Colour und/oder Native American trans* Frauen (85%). In Frankreich, Italien und Spanien, die die Staaten mit den meisten trans* und gendervarianten Menschen aus Afrika, sowie aus Zentral- und Südamerika Eingewanderten sind, waren (65%) der Mordopfer Eingewanderte.

Ein Angriff auf Minderheiten ist ein Angriff auf  Menschenrechte und greift automatisch alle damit an. Wir brauchen Überlegungen in der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft um Entwicklungen für alle zu ermöglichen, Perspektiven zu schaffen und Menschen mitzunehmen.

Wir fordern ein Recht auf Leben, Gestaltung in Selbstbestimmung, gleiche Rechte, Akzeptanz und Gleichbehandlung.

Wer sind wir?
Was macht uns aus?
Was unterscheidet uns?
Was bedeutet für uns Ausschluss und Verdrängung?
Gibt es Schubladen bei uns?
Wie geht jeder Einzelne von uns mit Unterschiedlichkeit um und welche Perspektive kann das für unser eigenes Leben und Entwicklung bedeuten?
Glauben wir an Ideologien, die uns von außen einordnen und wird dies uns reduzieren?

Warum wird einer Ideologie mit einer Zahl auf einen Schein (Geld) mehr Bedeutung beigemessen als individuelle Entfaltung, gesellschaftliche Teilhabe, Arbeit, Gesundheit, Wohlstand und Leben?

Welche Vorstellung und Erwartung haben wir selbst?

Um Klarheit zu bekommen, um Lösungen zu erarbeiten brauchen wir uns gemeinsam. Polarisierung spaltet und Interesse verbindet. Dafür braucht es den Austausch mit einer Sprache die mitnimmt.
Die Unterschiedlichkeit hat großes Potential zur Bereicherung für Wissenschaft, Forschung und am meisten für uns selbst.

(Text: Jennifer Michelle Rath)

 
 

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