PM der SPDqueer zum „Intersex Awareness Day“ am 26. Oktober 2017

Veröffentlicht am 26.10.2017 in Pressemitteilung

SPDqueer: LGBT*QI-Communities dürfen das ‚I’ nicht vergessen

„Intersex“ ist ein Sammelbegriff für eine breite Anzahl von körperlichen Merkmalen und Variationen. Diese passen nicht in die typischen zweigeteilten Kategorien von „Mann“ und „Frau“. Sie umfassen u.a. Genitalien, Gonaden, Chromosomen. Einige Intersex-Merkmale sind deshalb von Geburt an sichtbar, andere erst mit der Pubertät und einige andere (z.B. chromosomale) überhaupt nicht.
Der internationale ‚Intersex Awareness Day’ markiert deshalb den Tag der ersten öffentlichen Intersex-Demonstration 1996 in Nordamerika, um den Forderungen der Intersex-Bewegung Ausdruck zu verleihen. Bis heute zählen dazu das Verbot der Genitalverstümmelung an Kindern und die Schaffung einer „dritten Option“ als Geschlechtseintrag im Personenstand. Vor genau drei Jahren veröffentlichte auch der Berliner Senat eine Erklärung, die für die Selbstbestimmung von Intersex-Menschen einsteht.
Zum diesjährigen internationalen Intersex Awareness Day am 26. Oktober 2017 erklären Petra Nowacki, Bundevorsitzende der SPDqueer, sowie Elia Scaramuzza, zuständiges Bundesvorstandsmitglied für Trans- und Inter-Fragen:
Heute ist Intersex Awareness Day – ein Tag, um auf die Situation und Rechte von Intersex-Menschen in Deutschland und weltweit aufmerksam zu machen. Auch wenn sich die Situation vieler lesbischer und schwuler Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten durch aktive LGBTQI-Politik erheblich verbessert hat, so fallen manche gesellschaftlichen Gruppen immer wieder unter den Tisch. Dazu gehören allem voran Intersex-Menschen, die die kleinste Gruppe darstellen und teilweise von erheblichen Menschenrechtsverletzungen betroffen sind. Das können wir nicht länger dulden – mit unfreiwilligen Eingriffen in den eigenen Körper muss endlich Schluss sei!
So erleben Intersex-Menschen u.a. erhebliche Menschenrechtsverletzungen – so beispielsweise, wenn unfreiwillige Genitaloperationen nach der Geburt vorgenommen werden, die erhebliche psychische und physische Konsequenzen für die Betroffenen haben können. Und das nur, weil so mancher im medizinischen Betrieb glaubt, dass körperliche Variationen per se krank seien und korrigiert werden müssten. Mit diesem Irrglauben werden Eltern falsch beraten, die dann kosmetischen Genitaloperationen an ihren Kindern zustimmen.
Dass die sozialdemokratische LGBT*QI-Community ebenso dafür kämpfen wird, ist für uns ganz klar: Als SPDqueer stehen wir solidarisch hinter und mit diesen Forderungen. LGBT*QI-Communities dürfen das ‚I’ nicht einfach nur aufzählen, um es dann zu ignorieren oder für sich zu vereinnahmen – stattdessen müssen zwischengeschlechtliche geborene Menschen ihre eigenen Anliegen ins Zentrum rücken können. In der Opposition wollen wir erreichen, dass das Genitalverstümmelungsverbot und die ‚dritte Option’ in Partei und Gesellschaft endlich genug Aufmerksamkeit und Unterstützung erfahren. Und zwar so, dass Intersex-Menschen endlich selbstbestimmt und ohne Gewalt leben können!

 
 

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