Historie

Der Kampf ums Frauenwahlrecht


Wahlplakat 1919: Erstmals dürfen Frauen in Deutschland wähle

1879 hatte der Sozialdemokrat August Bebel mit „Die Frau und der Sozialismus“ sein wichtigstes publizistisches Werk veröffentlicht, das zunächst illegal in Deutschland erschien und mehrfach ergänzt und umgearbeitet bis zur Jahrhundertwende zur meistgelesenen marxistischen Schrift wird. Darauf basierend kämpfte die Sozialistin Clara Zetkin (1857–1933) auf Seiten der proletarischen Frauenbewegung für die politische Partizipation ihrer Geschlechtsgenossinnen; eine der wenigen Gemeinsamkeiten mit der bürgerlichen Frauenbewegung. Mit der lang umkämpften Vereinsfreiheit für Frauen 1908 konnten diese erstmals Parteien beitreten, wenn sie auch noch nicht wählen durften. Der Kampf um das Wahlrecht für Frauen war das erklärte Ziel der Frauenbewegung um die Jahrtausendwende 1900. Kristallisationspunkt dafür wurde der Internationale Frauentag, der nach Zetkins Initiative bei der 2. Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen 1910 in Kopenhagen erstmals am 19. März 1911 begangen wurde. Das Datum sollte den revolutionären Charakter unterstreichen; der 18. März war der Gedenktag für die Revolution 1848. Die Festlegung des Internationalen Frauentages auf den 8. März erfolgte 1921. Je nach Quelle werden eine Arbeiterinnendemonstration in St. Petersburg während der russischen Revolution 1917 oder die brutale Niederschlagung einer Demonstration New Yorker Textilarbeiterinnen im Jahr 1857 zur Erklärung dafür herangezogen. Am ersten Frauentag beteiligten sich Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA. Zentrale Forderungen damals waren außer dem Wahl– und Stimmrecht für Frauen unter anderem Arbeitsschutzgesetze, ein ausreichender Mutter– und Kinderschutz, der Achtstundentag, Mindestlöhne und gleicher Lohn für gleiche Arbeit. In den Folgejahren riefen Sozialdemokratinnen die „Arbeiterinnen, Mütter und Gemeindebürgerinnen“ zur öffentlichen Frauenversammlung auf, um der Forderung nach dem Frauenwahlrecht Nachdruck zu verleihen. In ihrer Argumentation führten sie die Gleichberechtigung der Frauen bei der schweren Arbeit in den Fabriken und bei der Steuerzahlung an, stellten aber fest, dass das „volle Staatsbürgerrecht den Frauen und Mädchen“ durch die „reaktionäre Gesinnung“ verweigert wird. Zum Frauentag 1913 legte Zetkin in der von ihr gegründeten sozialdemokratischen Zeitschrift „Die Gleichheit“ einmal mehr die theoretische Position dar, der zufolge die Frauenfrage nur zusammen mit der Arbeiterfrage gelöst werden könne: „Der Kapitalismus ist der Feind! Ein Feind für das Weib und auch für den Mann!“ Dieser Auffassung widersprach die Sozialdemokratin Lily Braun. Doch ihr Eintreten für eine Kooperation mit der bürgerlichen Frauenbewegung fand kein Echo, nachdem Zetkin ihr die Mitherausgeberschaft der „Gleichheit“ entzogen hatte. Webtipps:
 

Lesbische Frauenrechtlerinnen

Den Kampf um die Gleichberechtigung forcierte der „Verband für Frauenstimmrecht“, den die Lebensgefährtinnen Anita Augspurg (1857–1943) und Lida Gustava Heymann (1868–1943) mit einigen Mitstreiterinnen gründeten. Den Vertreterinnen des radikalen Flügels im Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) gelang es, eine Resolution zum Frauenwahlrecht durchzusetzen, das mit der Weimarer Republik Wirklichkeit wurde; mit den Stimmen der Sozialdemokratie, die die Regierung stellte und maßgeblich am Fall des Kaiserreichs mitgewirkt hatte.

Die beiden Frauen lernten sich 1896 während eines internationalen Frauenkongresses in Berlin kennen. Um ihre gemeinsamen Ziele durchzusetzen, veröffentlichten sie ab 1919 die Zeitschrift „Die Frau im Staat“. Als erklärte Pazifistinnen waren sie 1915 Mitinitiatorinnen des Frauenfriedenskongresses in Den Haag. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verloren sie ihren gesamten Besitz, konnten aber mit Hilfe von Freundinnen ihre politische Tätigkeit bis zu ihrem Lebensende in Zürich fortsetzen.

Ein zweites lesbisches Paar hat maßgeblichen Anteil an der bürgerlichen Frauenbewegung: Helene Lange (1848–1930) und Gertrud Bäumer (1873–1954). Beide lebten ab 1898 in Berlin und Hamburg zusammen. Das konservative Paar unterstützte während des Ersten Weltkrieges den Nationalen Frauendienst, die Frauenbewegung hatte zugunsten des „patriotischen Dienstes des Weibes für das Vaterland“ zurückzutreten. Beide Frauen bekleideten seit 1918 politische Mandate. Nach 1933 gab Bäumer trotz Gleichschaltung des BDF, dessen Vorsitzende sie zeitweise war, zunächst weiterhin das Verbandsorgan „Die Frau“ heraus. 1945 war sie Gründungsmitglied der CSU und blieb bis zu ihrem Tod der Union treu.

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