Gesundheit

Im Einsatz für HIV- und Aids-Patienten

von Daniel Moll

Den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember möchte ich zum Anlass nehmen, drei Projekte vorzustellen: die Vereine DAHAG e.V. und DAGNÄ e.V. sowie das Kompetenznetz HIV/AIDS.

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft der HIV kompetenten Apotheken (DAHAG) wurde 2002 gegründet, in Deutschland gehören ihr weit über 40 Kompetenz-Apotheken an, in Österreich ist es eine. Ziel und Zweck des Vereins ist:
1. Die Verbesserung der Beratung, Compliance und Versorgung mit Arzneimitteln von HIV-infizierten Patienten.
2. Die Wahrnehmung der Interessen der Apotheker, die in der Beratung und Versorgung von HIV-infizierten Patienten engagiert sind.
3. Die Weiterbildung der Mitglieder auf allen die HIV-Infektion betreffenden wissenschaftlichen Gebieten.
4. Die Förderung der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachgebiete in der Beratung und Versorgung von HIV-infizierten Patienten.
5. Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Apothekern und solchen Institutionen des Gesundheitswesens, die bei der Beratung und Versorgung von HIV-infizierten Patienten kooperieren können.
6. Die Durchführung und Dokumentation von Fortbildungsveranstaltungen.
7. Die Vertretung gegenüber Bundes- und Landesbehörden sowie den Krankenkassen.
8. Das Vertrauen der Patienten stärken und durch Öffentlichkeitsarbeit eine bessere Akzeptanz erreichen.

Die DAHAG-Apotheken sind im Umgang mit HIV-Erkrankungen besonders geschult. Ihr Vorteil liegt in der Beratung von HIV-Patienten bei zum Beispiel der Wechselwirkung von Medikamenten, der Arzneimittelauswahl, der Linderung von Nebenwirkungen und der Einnahme zusätzlicher Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel sowie zu Ernährungsstrategien. Die Kompetenz-Apotheken beraten ferner bei Fragen, wie man die HIV-Therapie in sein Leben integrieren kann, und bieten auch Unterstützung bei sozialen Fragen an. Sie arbeiten an zahlreichen Projekten, um bessere Beratungsstandards zu entwickeln – Beispiele sind interne qualitätsverbessernde Projekte, Patienteninformationsprojekte und Projekte rund um die Arzneimittel. Allein in Berlin gibt es sieben Kompetenz-Apotheken, darunter die Driesener Apotheke im Prenzlauer Berg, die Apotheke am Nollendorfplatz in Schöneberg und die Berlin Apotheke in Mitte und Friedrichhain – weitere sind unter www.dahag.de zu finden.

Die Kompetenz der Apotheken liegt auch darin, dass sie mit Schwerpunktpraxen in ihrer Umgebung eng zusammenarbeiten. Das führt mich zur zweiten Vorstellung, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (DAGNÄ). Sie vertritt HIV-Schwerpunktpraxen, Integrationspraxen, HIV-Mitbehandler und Ärzte, die Unterstützung in der Versorgung von HIV- und Aids-Patienten benötigen. In ihr sind fast alle HIV-Schwerpunktpraxen und fast 50 Prozent der HIV-Mitbehandler organisiert.
Der 1990 gegründete Verein sieht sein Arbeitsfeld in der umfassenden Unterstützung aller bundesweit niedergelassenen HIV-Therapeuten und ihren Patienten. Mit Forschungs- und Fortbildungsprogrammen soll niedergelassenen Ärzten in Schwerpunktpraxen der Zugang zu den aktuellsten Diagnosemethoden und Therapieansätzen ermöglicht werden. Durch stetigen Informationsfluss und der interdisziplinären Zusammenarbeit sollen Qualitätsstandards und Therapieleitlinien entwickelt werden. Ziel ist die Versorgungskompetenz für HIV und Aids zu optimieren. Der Verein hilft seinen Mitglieder, und somit auch deren Patienten, in einem kontinuierlichen Prozess schnell auf veränderte Symptome, neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten sowie soziale und rechtliche Veränderungen eingehen zu können. Großes Augenmerk legt er auf die Sicherung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagement im HIV-Bereich.

Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten viele niedergelassene HIV-Therapeuten und Schwerpunktpraxen auch mit dem Kompetenznetz HIV/AIDS eng zusammen. Das Kompetenznetz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und bündelt die Arbeit der Schwerpunktpraxen, Kliniken und Wissenschaftler, die die HIV-Infektion erforschen. Es wird von einem Gremium aus Ärzten und Forschern sowie Vertretern der Deutschen Aids-Hilfe und Patientenvertretungen geleitet.
Um den Verlauf und die Behandlung der HIV-Infektion zu dokumentieren, führt das Kompetenznetz Patientendaten (Kohortendaten) und auch einige Materialproben, zusammen. Die Daten werden zentral beim Koordinierungszentrum für klinisches Studien (KKS) Köln gespeichert, die Auswertung erfolgt durch beteiligte Wissenschaftler. Die Teilnahme der Patienten am Kompetenznetz ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angaben von Gründen beendet werden. Daten und Proben werden dann auf Verlangen vernichtet. Diese Daten dienen zur Ermittlung von Therapiewirksamkeiten und des Verlaufs einer HIV-Infektion sowie zur Weiterentwicklung von Therapien und weiterführenden Studien. Weiterführende Informationen sind unter www.kompetenznetz-hiv.de zu finden.

Alle drei hier vorgestellten Projekte sind wichtig für die Verbesserung im Umgang mit HIV und Aids. Jede hat sich im Bereich der HIV-Infektion spezialisiert und fördert so die Lebensqualität von HIV-Infizierten. Alle drei sorgen für Aufklärung und mehr Akzeptanz von HIV und Aids. Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen ist ihre weitere Förderung unverzichtbar.

Unsere Forderungen

Die SPDqueer - Arbeitsgemeinschaft in der Berliner SPD für Akzeptanz  und Gleichstellung (ehemals AG Lesben und Schwule in der SPD Berlin) setzt sich auch weiterhin dafür ein, dass ausreichend zusätzliche Mittel für die HIV-Prävention und die Prävention anderer sexuell-übertragbarer Infektionen eingesetzt werden, um die aktuellen Trends zu stoppen. Wir fordern, dass die Arbeit der AIDS-Hilfen und anderer Präventionsagenturen in Deutschland nachhaltig gesichert und anhand vorhandener Effizienz- und Effektivitätskriterien ausgebaut wird. Ebenfalls muss die sozialwissenschaftliche und medizinpsychologische HIV-Forschung in Deutschland dringend ausgebaut werden, um den sich ausdifferenzierenden Kontexten von HIV-Infektionen empirisch-gestützt begegnen zu können.

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